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Berufliche Heimat

Bettina Kaiser ist studierte Betriebswirtin und Diplomkauffrau. Seit 2006 arbeitet die Mutter von zwei kleinen Kindern bei Pape & Co.

Betti, Du bringst Job und Familie unter einen Hut, pendelst mal nach München, mal nach Traunstein. Und Du bist seit über 13 Jahren bei Pape & Co. – würdest Du von Deiner beruflichen Heimat sprechen?
Ganz klares: JA! Und das nicht nur, weil ich generell wahnsinnig gerne arbeite und es mir einfach Spaß macht. Wenn ich sage, hier ist meine berufliche Heimat, dann heißt das für mich, dass sich die Fahrt in die Arbeit wie ein „Dürfen“ anfühlt, niemals wie ein „Müssen“. Die Aufgaben, die ich mache, sind wie auf mich zugeschnitten. Und viele der Kollegen sind weit mehr als Kollegen – es sind Freunde, fast Familie. Ich hatte bei Pape & Co. bis heute nicht an einem einzigen Tag das Gefühl: Da will ich nicht mehr hin.

Also mit Begeisterung ins Büro, dann heim zu den Kindern und weiter geht’s. Da wünscht sich mancher mehr Zeit für sich. Was bedeutet Work-Life-Balance für Dich?
Genau das: Ausgewogenheit. Für mich ist die Balance dann da, wenn ich soviel Zeit zum Arbeiten habe, wie ich brauche. Und wenn ich so viel Zeit für die Familie, aber auch für mich habe, wie ich brauche. Ohne das immerwährende Gefühl, dass ein Bereich zu kurz kommt. Ob mann oder frau das schafft, ist natürlich ein persönliches Ding und ein bisschen auch eine Einstellungssache. Aber zumindest haben wir bei Pape & Co. alle Möglichkeiten: Wir können Teilzeit arbeiten und uns die Stunden frei einteilen. Wir können uns im Homeoffice ebenso einloggen wie im Büro, in München wie in Traunstein. Und ich habe das Glück, all das nutzen zu dürfen. Wenn Termine, Arbeitsmenge und Mandanten es fordern, bin ich so lange im Büro, wie es notwendig ist. Auch länger, als vereinbart. Wenn der Kindergarten anruft, weil mein Sohn Fieber hat, kann ich aber auch mittags schon heimfahren. Und nehme dann per Skype an dem Meeting teil.  Wir haben hier alle Freiheiten. Mit einer Einschränkung: Meine Freiheit endet da, wo die der anderen anfängt. Wichtig ist die Erreichbarkeit fürs Team und die Mandanten. Und natürlich, dass die Aufgaben zur richtigen Zeit erledigt sind.
Dieses Unternehmen bedeutet mir nicht nur viel, es gibt mir auch viel. Arbeit, Freunde, Heimat. Ich habe ja schon gesagt: Es ist wie meine Familie. Mir ist es deshalb wichtig, dass ich auch dem Unternehmen viel zurückgeben kann. Und daraus entsteht dann für mich am Ende die Balance, die Ausgewogenheit.

Seit einiger Zeit wächst Pape & Co. stark, 20 Mitarbeiter sind allein in den letzten zwei Jahren dazu gekommen – eine Steigerung um 25 Prozent. Und es werden mehr. Wie kann es gelingen, dass der familiäre Charakter erhalten bleibt?
Ich glaube nicht, dass es einfach wird. Aber wenn wir „Alteingesessenen“ die „Neuen“ offen aufnehmen und die auch auf uns zugehen, kann es funktionieren. Neue Mitarbeiter sollten sich auf unsere Art einlassen, offen sein dafür, wie wir miteinander umgehen. Da gehören die Feste ebenso dazu wie unsere gemeinsamen Mittagessen, bei denen wir über alles Mögliche reden, am wenigsten über die Arbeit. Außerdem ist wichtig, dass wir einander vertrauen. Wir arbeiten offen und vertrauensvoll zusammen, sind klar und menschlich. Das ist die Basis für alles andere.

Symbiose aus Exzellenz und bodenständigem Handwerk

Arthur Pape ist Diplom-Kaufmann, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Nach dem Abschluss des Hochschulstudiums hat Arthur seinen Beruf bei Arthur Andersen, einer der großen (damals noch „Big Six“) Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften, gelernt und dort sowohl den Steuerberater als auch den Wirtschaftsprüfer gemacht. Am 1. Juli 2002 – mehr oder weniger zufällig das Datum, an dem Andersen mit EY fusionierte – wechselte er zur damaligen Pape & Partner – der Steuerkanzlei, die sein Vater im Jahr 1975 gegründet hatte.

Arthur, was hat Dich damals dazu gebracht, von den Big Six zu Pape zu wechseln?
Ich war bei Arthur Andersen Senior-Manager und blickte auf sieben Jahre Entwicklung und Lernen in einem coolen Umfeld zurück. Aus Sicht meiner Entwicklung gab es keinen Grund zu wechseln. Es waren im Wesentlichen drei andere Gründe für den „Sprung“ zur Pape.

Der Erste war, dass mein Vater versucht hatte, Pape & Partner mit damals etwas über 20 Mitarbeitern in eine stabile Partnerschaft zu führen. Dieser Versuch musste Ende 2001 einige Rückschläge hinnehmen. Zwischen uns war zwar immer klar gewesen, dass mein beruflicher Weg unabhängig von ihm und Pape & Partner sein sollte. Die damalige Konstellation hat mir jedoch die Chance geboten, mittelständisch geprägte Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung „auszuprobieren“, wie wir damals gesagt haben. Der zweite Grund war sicher, dass Arthur Andersen als One Firm mit einer starken Unternehmenskultur durch den Enron-Skandal zerstört worden war. Der bevorstehende Merger mit EY ließ erwarten, dass das Unternehmen nicht mehr so aussehen würde, wie vorher – was sich dann auch bewahrheitet hat. Und schließlich habe ich bei den Big Six immer die Kompetenz vermisst, handwerkliche Leistungen effizient, mit hoher Qualität und zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis liefern zu können.

Der Wechsel zu Pape bot somit die Chance, exzellente Beratung, wie ich sie gelernt hatte, mit der bei Pape & Partner bestehenden Kompetenz für handwerkliche Dienstleistungen zu kombinieren. Und dann hab ich’s einfach gemacht.

Dann hast Du also am 1. Juli 2002 von Arthur Andersen zu Pape gewechselt. Wie ging es weiter?
Besser als gedacht. Manchmal hilft das Glück etwas mit! Nach meinem Wechsel kamen – für mich genauso erfreulich wie überraschend – einige frühere Andersen-Kollegen zu uns, die auch noch das eine oder andere spannende Mandat im Gepäck hatten. So konnten wir unsere Vision als Boutique für High-Level-Steuerberatung in Kombination mit qualifizierten Compliance-Dienstleistungen verwirklichen. Im Jahr 2006 haben wir schließlich die Pape & Partner meinem Vater abgekauft, der in diesem Zuge auch aus unserer Organisation ausgeschieden ist. Wir sind Pape & Co. geworden und – mit im Schnitt über zehn Prozent Wachstum pro Jahr – inzwischen ein Team von über hundert Leuten.

Was treibt Dich persönlich besonders an?
Na ja. Ich bin, glaube ich, vom Typ her ein „Company Builder“. Es macht mir Spaß, eine Organisation zu entwicklen und menschlich wie organisatorisch optimal aufzustellen. Darüber hinaus habe ich wirklich große Freude daran, mein steuerliches Knowhow in einen unternehmerischen Kontext zu stellen. Das heißt, dass für mich fachliche Lösungen oder Antworten erst einmal keinen Wert haben. Erst, wenn man sie in den Kontext der unternehmerischen Fragestellungen bringt, kommt was dabei rum. Deshalb finde ich auch unser kürzlich geschärftes Unternehmensprofil mit dem Claim „Creating Relevance“ so treffend für uns. Es geht darum, sich mit den unternehmerisch relevanten Themen unseres Fachs zu beschäftigen – nur das zählt.

Besonders stolz bin ich darauf, dass es uns gelungen ist, diesen Spirit – menschlich wie fachlich und unternehmerisch – so bei Pape & Co. zu verankern, dass es nicht nur ein paar wenige Partner sind, die unternehmerisch relevante Steuerberatung betreiben. Unsere Mandanten können erwarten, dass ihnen jeder Mitarbeiter mit genau dieser Haltung begegnet.

Du wirst sicher manchmal gefragt, ob Du überhaupt noch Mandatsarbeit machst. Wie lautet die ehrliche Antwort?
Es ist schon so, dass die größer werdende Pape & Co. uns erfahrenen Partnern immer mehr Management-Zeit abverlangt. Hinzu kommt, dass ich praktisch die Rolle unseres COO ausfülle und mich somit z.B. um unser Business Development im Bereich IT und Digitalisierung kümmere. Als kleiner „Techie“ habe ich dazu allerdings auch eine besondere Affinität, IT und Digitales interessieren mich einfach. Das geht Hand in Hand mit meinem Interesse für die Münchener Startup Szene. Hier habe ich die Gelegenheit, an der Schnittstelle zwischen Business und Technik wirklich interessante Leute kennenzulernen und mit meinem technischen Verständnis und Finanz-Know-how helfen zu können. Um es kurz zu machen: Ich beschäftige mich nach wie vor rund ein Drittel meiner Zeit mit Mandaten und Mandantenprojekten. Freilich eher mit den Themen, bei denen ich meine Erfahrung und mein Know-how gut einbringen kann. Und häufig auch mit Fragen, bei denen ich von anderen Partnern und Senior-Managern zu Rate gezogen werde.